Medizinische Informationen über die weibliche Brust

Stillfähigkeit

Unter dem Hormoneinfluss in der Schwangerschaft erweitern sich die Milchdrüsen der Brust. Kurz nach der Geburt kommt es zum so genannten „Milcheinschuss“, das heißt, die von den Milchdrüsen produzierte Milch fließt in die Milchgänge. Einige Frauen empfinden diesen Vorgang als unangenehm, da er meist mit einem Ziehen und leichten Schmerzen verbunden ist.

Muttermilch verändert sich

Die Muttermilch enthält eine auf den Säugling abgestimmte Mischung aus Nährstoffen und führt dem Baby wichtige Antikörper zu, die vor vielen Krankheiten schützen. Aus diesem Grund sollte Muttermilch nur in Fällen der eingeschränkten Stillfähigkeit durch Fertigprodukte ersetzt werden.

Die Zusammensetzung der Muttermilch ändert sich entsprechend den altersabhängigen Bedürfnissen eines Säuglings. Zu Beginn der Stillzeit wird die Muttermilch Vordermilch genannt und hat einen geringen Fettgehalt und dafür einen hohen Anteil an Zucker, Vitaminen, Mineralien und Wasser. Der Fettgehalt der Muttermilch nimmt im Laufe der Stillzeit kontinuierlich zu, die Muttermilch wird zur so genannten Hintermilch.

Eingeschränkte Stillfähigkeit

Die Stillfähigkeit einer Frau wird in der Regel nur durch Krankheiten der Brust, beispielsweise Krebserkrankungen und damit verbundenen Operationen, beeinträchtigt. Darüber hinaus können ästhetisch-plastische Brustoperationen wie Brustverkleinerung oder Brustvergrößerung zu einer eingeschränkten Stillfähigkeit führen.

Bei den genannten Brustoperationen wird in der Regel Gewebe entfernt. Dabei kann eine Verletzung der Milchdrüsen oder Milchgänge die Stillfähigkeit beeinflussen. Neue Operationsmethoden legen ihren Fokus zwar auf den Erhalt der natürlichen Brustfunktionen, können diese aber in einigen Fällen nicht vollkommen bewahren. Im Hinblick auf die Stillfähigkeit raten Ärzte daher, wenn es möglich ist, eine Operation an der Brust erst dann durchführen zu lassen, wenn die Kinder- bzw. Familienplanung abgeschlossen ist.

Ein weiterer Grund für eine reduzierte Stillfähigkeit können Schlupfwarzen sein. Schlupfwarzen sind Brustwarzen, die sich nicht aus dem Vorhof erheben, sondern nach innen stehen. Diese angeborene oder entwicklungsbedingte Fehlbildung ist nicht nur eine ästhetische Belastung für viele Frauen, sie kann auch die Stillfähigkeit funktionell einschränken. Durch einen relativ kleinen Eingriff, eine Schlupfwarzenplastik, kann der Warzenvorhof ummodelliert werden, wobei die Stillfähigkeit in aller Regel wieder hergestellt werden kann.

KURZ-INFO

Während der Schwangerschaft erweitern sich die Milchdrüsen in der Brust und die Brust wächst an. Kurz nach der Geburt kommt es zum Milcheinschuss - die Mutter kann ihr Neugeborenes nun stillen. In einigen Fällen leiden Frauen jedoch an einer eingeschränkten Stillfähigkeit, resultierend aus Brustkrebserkrankungen oder plastischen Operationen.