Medizinische Informationen über die weibliche Brust

Fehlbildungen

Die weibliche Brust ist nicht nur Funktionsorgan, sondern hat auch eine besondere Bedeutung für die Identifikation als Frau. Im Laufe eines Lebens beeinflussen viele Faktoren, beispielsweise Schwangerschaft, Stillzeit, genetische Dispositionen und Lebensstil die Elastizität der Haut und des Bindegewebes und damit auch die Form und Größe der Brust.

Fehlbildungen der Brust, ob angeboren oder entwickelt, stellen meist eine seelische Belastung dar. Aus diesem Grund beschäftigt sich die Plastische Chirurgie seit einigen Jahrzehnten mit der operativen Behandlung von Fehlbildungen der weiblichen Brust. Ein besonderer Bereich ist dabei die Rekonstruktive Brustchirurgie, die vor allem nach einer Brustabnahme aufgrund von Brustkrebs eine große Bedeutung für betroffene Frauen hat.

Häufige Fehlbildungen der weiblichen Brust

Die Entwicklung von Fehlbildungen der weiblichen Brust kann bereits in der Embryonalzeit beginnen. Die häufigste der bereits in der Schwangerschaft entstehenden Fehlbildungen ist die Asymmetrie. Stärkster Ausprägungsgrad ist hierbei das völlige Fehlen einer Brustanlage, das zur so genannten „Amazonenbrust“ führt. Eine asymmetrische Brust kann außerdem durch hormonelle Schwankungen während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren entstehen.

Besonders kleine Brüste sind somit entweder anlagebedingt, oder werden im Laufe des Lebens (z.B. durch Hormonänderungen) entwickelt. Viele Frauen leiden unter sehr kleinen Brüsten im Vergleich zu ihrer Körpergröße. Um eine harmonische und natürlich aussehende Brustform zu erhalten, die den Vorstellungen der Patientin entspricht, ist bei dieser Fehlbildung eine Brustvergrößerung notwendig.

Ebenfalls eine Belastung, besonders für kleine, zierliche Frauen, können übergroße Brüste sein. Neben Schulter- und Nackenproblemen leiden Frauen mit einer so genannten Mammahyperplasie häufig an Kopfschmerzen und Spannungsgefühlen in der Brust. Durch das Gewicht der Brüste ist darüber hinaus die Ausprägung einer Hängebrust zu beobachten. Bei dieser Fehlbildung kann ab dem 18. Lebensjahr eine Brustverkleinerung mit zusätzlicher Bruststraffung durchgeführt werden.

Brustkrebs kann die Brust verändern

Brustkrebs ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen der weiblichen Brust. Bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung der Krankheit kann die Behandlung sehr differenziert erfolgen: Bei fast 70 Prozent aller betroffenen Frauen kann eine brusterhaltende Therapie durchgeführt werden. Im fortschreitenden Stadium ist jedoch oftmals eine Teilentfernung der Brust notwendig, um alle Tumorzellen zu entfernen. Studien zeigen auf, dass insbesondere große Brüste von einer Asymmetrie betroffen sind und in Verdacht stehen, mit höherer Wahrscheinlichkeit Brustkrebs auszubilden. Auf focus.de/... /irrefuehrende-studie_aid_106427.html wurde den Hintergründen einer solchen Studie nachgegangen, deren Ergebnisse letztlich keinen Grund zur Panik für Frauen mit asymmetrischen Brüsten darstellen.

Um sich auch nach einer seelisch sehr belastenden Brustkrebs Erkrankung wieder weiblich und attraktiv zu fühlen, entscheiden sich viele Frauen für den Wiederaufbau ihrer Brust, beziehungsweise für einen Ausgleich der durch die Brustkrebs Operation entstandenen Asymmetrie. Mikrochirurgische Techniken ermöglichen hierbei je nach Ausgangssituation den Verzicht auf Implantate.

Ziel aller brustchirurgischen Eingriffe sollte der Aufbau einer formschönen Brust sowie der Erhalt der natürlichen Brustfunktionen sein. Frauen, die eine Fehlbildung durch einen chirurgischen Eingriff beheben lassen möchten, sollten sich vorab umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten und Risiken informieren.

KURZ-INFO

Fehlbildungen der weiblichen Brust entwickeln sich häufig schon im Embryonalalter. Die häufigste Fehlbildung ist die asymmetrische Brust. Weiterhin leiden viele Frauen an überproportional großen Brüsten. Eine Brustkrebs Erkrankung kann die weibliche Brust ebenfalls verändern, ist jedoch heutzutage in der Regel sehr gut therapierbar.