Medizinische Informationen über die weibliche Brust

Therapien bei Brustkrebs

Bis die Diagnose Brustkrebs gestellt ist, können einige Tage vergehen. Entdeckt der Arzt einen Knoten oder eine Zyste in der Brust, muss dies nicht unbedingt Brustkrebs heißen. Oftmals handelt es sich um eine gutartige Veränderung, die sich von selbst zurückbilden kann. Wird nach einer Biopsie (Gewebeentahme) die Diagnose Brustkrebs gestellt, hängt die Therapie maßgeblich vom Stadium der Krankheit ab.

Trotz der Diagnose Brustkrebs sollte sich eine Frau die Zeit nehmen, sich ausführlich über individuelle Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und sich gegebenenfalls mit anderen betroffenen Frauen auszutauschen. Neben den hier genannten Therapien bei Brustkrebs gibt es einige neue Therapieansätze, die in Deutschland noch selten zum Einsatz kommen. Wissenschaftler und Ärzte bemühen sich um eine stetige Weiterentwicklung bekannter Therapieformen und haben in den letzten Jahren weit reichende Erfolge im Kampf gegen Brustkrebs errungen.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie ist eine „systemische“, das heißt im ganzen Körper wirksame Behandlung. Die dabei zur Anwendung kommenden Zytostatika (zellteilungshemmende Medikamente) werden als Infusion, Injektion oder Tabletten verabreicht. Die Wirkstoffe verteilen sich im Körper und zerstören auf diese Weise auch Tumorherde, die zuvor nicht erkannt werden konnten. Zytostatika wirken vor allem direkt im Zellkern. Dort schädigen sie das Erbmolekül, die DNS (Desoxyribonukleinsäure) oder verhindern auf andere Weise die Teilung der Zelle. Als Folge stirbt die Zelle ab. Eine Chemotherapie erfolgt meist ergänzend zu einer operativen Behandlung oder einer Strahlentherapie. Oft kommt sie auch zum Einsatz, wenn eine Hormontherapie die Krankheit nicht besiegen kann.

Die Nebenwirkungen einer Chemotherapie sind bekannt: Zytostatika schädigen auch normale Körperzellen, vor allem die blutbildenden Zellen des Knochenmarks, die Haarwurzeln sowie die Magen- und Darmschleimhautzellen. Aus diesem Grund ist eine Chemotherapie eine große Belastung für betroffene Frauen: Neben Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen kann es zu Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Schleimhautentzündungen kommen. Patientinnen reagieren individuell unterschiedlich auf Zytostatika. Heutzutage gibt es verschiedene Möglichkeiten, um unerwünschten Nebenwirkungen vorzubeugen oder sie zumindest zu lindern.

Hormontherapie

Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen kann, je nachdem ob in den Tumoren Hormonrezeptoren nachgewiesen wurden, Krebszellen zum Wachstum anregen. Bei einem Großteil aller bösartigen Tumore in der weiblichen Brust ist dies der Fall. Entsprechend lässt sich das Wachstum der Krebszellen durch entgegengesetzt wirkende Hormone bremsen. Je nachdem, ob sich eine Patientin vor oder nach den Wechseljahren befindet, müssen unterschiedliche Hormone zum Einsatz kommen.

Eine Hormontherapie ist im Vergleich zur Chemotherapie besser verträglich, doch auch nicht frei von Nebenwirkungen. Die so genannten „Anti-Hormone“ führen häufig zu einem Ausbleiben der Regel, zu Hitzewallungen, Schlafstören sowie zu Gewichtszunahmen, Konzentrationsverlust und depressiven Verstimmungen. Besonders bei älteren Patientinnen führt die Behandlung darüber hinaus nicht selten zu einem erhöhten Risiko einer Linsentrübung des Auges (Grauer Star).

Operative Entfernung von Tumorzellen

Mit Hilfe einer Operation besteht die Möglichkeit, die Tumorzellen in der Brust zu entfernen. Dabei unterscheiden Ärzte zwischen der Lumpektomie, der Teilentfernung von Brustgewebe, und der Masektomie, der vollständigen Entfernung der Brust. Wird der Tumor frühzeitig erkannt, sind heutzutage oftmals brusterhaltende Maßnahmen möglich. Nur in wenigen Fällen ist es notwendig, eine radikale Masektomie durchzuführen, das heißt, eine Komplettabnahme der Brust mit zusätzlicher Entfernung der Lymphknoten unter den Armen. Nach einer operativen Entfernung der Tumorzellen wird in der Regel eine Bestrahlung durchgeführt.

Nebenwirkungen einer chirurgischen Entfernung von Tumorzellen sind in den meisten Fällen weniger körperlich als psychisch. Da die Brust für Frauen Attraktivität und Weiblichkeit bedeutet, führt der Verlust oder Teilverlust der Brust bei vielen Patientinnen zu depressiven Verstimmungen. Die Rekonstruktive Brustchirurgie hat in den letzten Jahren Möglichkeiten des Wiederaufbaus der Brust mit und ohne Implantate entwickelt.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie dient der Zerstörung von Krebszellen, die nach einer Operation möglicherweise zurückgeblieben sind. Nach brusterhaltenden Operationen ist eine Strahlentherapie derzeit Standard in Deutschland. Die Strahlentherapie kann ebenfalls begleitend zu einer medikamentösen Therapie erfolgen. Dabei werden die bösartigen Zellen durch energiereiche Strahlen in ihrem Wachstum gehemmt und wenn möglich, völlig zerstört. Die Methoden der Bestrahlung können unterschiedlich sein.

In den meisten Fällen wird die Brust von außen durch die Haut bestrahlt. Der zu bestrahlende Bereich kann dank technischer Errungenschaften besonders präzise berechnet werden. Dadurch werden Organe wie Herz und Lunge weitgehend vor den Strahlen geschützt. Dennoch kommt es bei einer Strahlentherapie häufig zu schmerzhaften Rötungen der Haut sowie zu einem erhöhten Risiko für einen Lymphstau in der Brust oder im Arm.

*Alle Informationen wurden Seiten des deutschen Krebsinformationsdienstes beziehungsweise anderen ärztlichen Informationsseiten entnommen.

KURZ-INFO

Je nach Art und Ausprägung der Erkrankung kommen bei Brustkrebs unterschiedliche Therapien in Frage. Am häufigsten finden die Chemotherapie, die Hormontherapie und die Strahlentherapie Anwendung. Oftmals werden verschiedene Maßnahmen kombiniert, beispielsweise eine operative Tumorentfernung mit nachfolgender Strahlentherapie.